Big Island

Hawaii, USA / 2015

Nach unserer Hochzeit im kalifornischen Carpinteria erfüllen wir uns einen Traum und verbringen unsere Flitterwochen auf Hawaii. Wir besuchen die vier größten Inseln, und nach Oahu und Kauai geht es jetzt weiter nach Big Island. Hoffentlich können wir uns einen weiteren Traum erfüllen: Einmal im Leben einen aktiven Vulkan sehen!

Auf den Spuren des Vulkans

01 / Kailua-Kona

Wir landen auf der größten Insel Hawaiis – die den Namen „Big Island“ verdient hat. Unsere erste Station ist das historische Küstendorf Kailua-Kona. Mehr als ein paar kleine Souveniergeschäfte, Bars und Restaurants finden wir hier allerdings nicht – und für die wenigen historischen Bauten wie die Mokuaikaua Church und den Hulihee Palast können wir uns nicht so richtig begeistern. Das einzige, das Rebecca noch spannend findet ist der Startpunkt des alljährlich stattfindenden Ironman hier in Kailua-Kona.

Puuhonua o Honaunau
National Historic Park

02 / Kona

Unsere Stimmung verbessert sich stetig, je weiter wir nach Süden kommen. Südlich von Kona stoßen wir auf den »Puuhonua o Honaunau National Historic Park« (was für ein Name!). In dieser ehemaligen Tempelanlage tauchen wir so richtig in die Welt der hawaiianischen Mythen und Sagen ein. Früher waren hier die königlichen Hofanlagen zu finden und auch heute noch kann die heilige Stätte mit all ihren hölzernen Götterstatuen (Tiki-Statuen) bewundert werden.

Im Alleingang begeben wir uns auf eine kleine Wandertour durch den Park und erkunden die Jahrhunderte alte Anlage. Im starken Kontrast zu dem weißen Sand und den saftig-grünen Palmen steht die aus schwarzem Lavagestein bestehende Küstenlinie. Das ist so in etwa das Szenario, wie wir uns die Landschaft auf Hawaii immer vorgestellt haben.

Die Klippenspringer von Ka Lae


03 / Ka Lae

Je weiter wir in den Süden der Insel kommen, umso schroffer und steiler wird die Küste. Auch hier ist dieser Farbenmix der schwarzen felsigen Küste, den grünen Palmen und dem tiefblauem Meer atemberaubend schön! Wir stellen den Wagen ab und laufen die letzten Meter bis an die Klippen, denn wir sind neugierig, warum so viele Menschen in die Tiefe blicken. Eine Handvoll Waghalsige trauen sich allen ernstes, von den Klippen in das blaue Meer zu springen, während die dicken Wellen unten an die Felsen schlagen. Als sei das noch nicht genug, springen die ganz Mutigen in sogenannte „Potholes“, runde Felslöcher, die aussehen wie ein Brunnen. Schließlich kommen sie über eine wackelige Eisentreppe zurück nach oben an die Felskante. Na dann …

Schildkröten am schwarzen Lavastrand


04 / Black Sands Beach

Am südlichsten Zipfel angekommen, setzen wir uns am „Black Sands Beach“ in den Sand, der – wie der Name verrät – aus tiefschwarzem Lavasand besteht, während die grünen Palmen im besten Südsee-Look im schrägen Winkel über den Strand wachsen. Zahlreiche große Green Sea Turtles liegen mit uns faul in der Sonne, mit Respekt halten wir Abstand, auch wenn der Reiz groß ist, einmal auf die dicken Panzer zu klopfen. Aber genau das soll man unterlassen …

Am aktiven Vulkan Kīlauea


05 / Hawaiʻi Volcanoes Nationalpark

Als nächstes steht der absolute Höhepunkt Hawaiis vor uns. Schon als Kind hat Hendrik sich für Vulkane begeistern können, doch noch nie haben wir beide einen aktiven Vulkan sehen können. Wir hoffen inständig, dass wir jetzt und hier die Gelegenheit bekommen: Willkommen im Hawaiʻi Volcanoes Nationalpark! Zunächst beziehen wir unsere kleine Lodge, die mitten in einem an den Park angrenzenden Urwald liegt. Das ist echt urig hier, denn um uns herum ist eben nichts als grüner, dichter, feuchter Regenwald.

Von hier aus fahren wir mit großer Erwartung in den Park. Erste Anlaufstelle ist das Visitor Center. Und – wir werden enttäuscht. Die Seismographen verraten uns, dass schon seit Wochen keine Aktivitäten im Park stattfinden, die für die Öffentlichkeit zugänglich wären. Dort, wo Lava fließt, lassen sie uns nicht hin, und aus Sicherheitsgründen verraten Sie uns gar nicht erst, wo die Lava genau fließt. Wir können es kaum glauben, aber so ist es.

Direkt in der Nähe ist der große Kīlauea Vulkan, dessen Hauptkrater, der Puʻu-ʻŌʻō-Krater, seit über 150 Jahren Lava entlässt. Vielleicht haben wir ja doch eine Chance? Wir nehmen den Crater Rim Drive und umzirkeln den riesigen Puʻu-ʻŌʻō-Krater und stellen das Auto auf einem der Parkplätze ab. Überall riecht es nach Schwefel, der aus zahlreichen Felsspalten entweicht. Langsam setzt die Dämmerung ein, sodass wir uns sputen wollen. Vom Aussichtspunkt in der Nähe wollen wir das riesige Areal überblicken. Kaum erreichen wir besagten Punkt, stellen wir in der Mitte des Kraters leichten Rauch fest, und weil es schon dämmert, sehen wir das rote Flackern von Lava aus der Mitte des Kraters. WOW! Es ist zwar nicht so spektakulär wie erhofft, doch zu wissen, dass da vorne unter der Erde ein massives Lavafeld brodelt, ist extrem beeindruckend!

Die zerstörerische Gewalt von Lava


06 / Pahoa

Am nächsten Morgen kommen wir in den Park zurück und nehmen dieses Mal die „Chain of Craters Road“, die einzige Straße, die bis runter an die Küste vorbei an zahlreichen Lavafeldern und Lavahöhlen führt. Unten an der Küste angekommen wird uns erst richtig klar, wie riesig diese Lavafelder tatsächlich sind. Und dass die Lava unentwegt dafür sorgt, dass die Insel wächst und wächst. Hier unten peitschen die Wellen mit voller Wucht auf die erstarrte Lava-Küste – es ist das reinste Kräftemessen der Naturgewalten.

Wie kräftig Lava tatäschlich ist, erfahren wir, als wir einen Abstecher in die nahegelegene Stadt Pahoa am südöstlichen Zipfel von Big Island machen. Erst vor vier Wochen ist hier ein Lavastrom durch die Stadt geflossen und hat eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Zahlreiche Häuser sind vernichtet worden. An der Sperrmüll-Deponie in Pahoa sehen wir, wie der Lavastrom kurz vorher halt gemacht hat und durch seine Hitze einen Maschendrahtzaun geschmolzen hat. Es ist unfassbar für uns!

Akaka Falls mitten im Dschungel


07 / Honomu

Weiter geht es an der Ostküste entlang. Hilo ist eine lebendige Stadt inmitten einer atemberaubenden Natur. Wir sind allerdings so begeistert von der Natur, dass uns eine Stadtbesichtigung nicht in den Sinn kommt. Zumal Hilo bei der Durchfahrt auch nicht danach aussieht, als würde sich ein zweiter Blick wirklich lohnen.

Ein gutes Stück hinter Hilo stoppen wir an den Akaka Falls. Durch dichten Dschungel mit Farnen, Lianen und 10 Meter hohem Bambus gibt das Dickicht plötzlich den Blick auf den 135 Meter hohen Wasserfall frei – doppelt so hoch wie die Niagara Fälle!

Im Norden der Insel, an der North Shore, wird Big Island plötzlich richtig saftig grün und ist nicht mehr so staubig-schwarz-trocken wie im Süden. Vom Pololu-Valley Lookout haben wir einen tollen Ausblick auf die Küste, die uns irgendwie ein Stück an Irland erinnert.

Im kleinen Ort Hawi an der Nordspitze finden wir eine Statue von Kamehameha I. – Ende des 18. Jahrhunderts der erste König Hawaiis und ein Konterfei, dem wir auf Hawaii immer wieder begegnen. Unsere Tour auf Big Island endet schließlich in einem alten historischen Fischerdorf, dem Lapakahi State Historical Park.

Und so geht's weiter:

Nach Oahu, Kauai und Big Island geht uns nun zu unserer letzten Station: in das Surferparadies Maui.
Was wir dort alles erleben, liest du in unserem Reisebericht über Maui.

Unsere Route

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Was ist die Summe aus 8 und 2?
© 2018 Hendrik Breuer & Rebecca Breuer