Yucatan-Halbinsel

Mexiko / 2017

Auf den Spuren der Maya-Kultur reisen wir quer über die Yucatán-Halbinsel zu archäologischen Ausgrabungsstätten von Tulúm über Cobá bis Chichén-Itzá. Und finden zum Abschluss reichlich Entspannung auf der Insel Holbox.

Auf den Spuren der Mayas

01 / Yucatan Halbinsel

Yucatán – die Halbinsel im Südosten Mexikos – ist geprägt von kilometerlangen Traumstränden an der Riviera Maya, den Touristenhochburgen Cancún und Playa del Carmen, wunderschönen Kolonialstädten wie Valladolid und Mérida sowie zahlreichen interessanten archäologischen Ausgrabungsstätten, die aus den Zeiten der alten Hochkultur der Maya stammen.

Relaxen am Traumstrand


02 / Tulúm

Um die Touristenhochburgen haben wir versucht weitestgehend einen Bogen zu machen. So weit, wie es in Yucatán überhaupt möglich ist. Tulúm, das ehemalige Wirtschaftszentrum der alten Maya, ist heute ebenfalls ein Touristenort, wenn auch längst nicht so turbulent und quirlig wie Cancún und Playa del Carmen. Hier ist unsere erste Station, ganz am Ende des Ortes und direkt am Traumstrand. Nach den abenteuerlichen Touren quer durch Costa Rica ist dies ein willkommener Ort der Entspannung: Das azurblaue, glasklare Meer und die stetig frische Brise sind die beste Möglichkeit, unseren Akku aufzuladen. Das geht im Nomade Tulum super! Wir geben unsere Schuhe am Eingang ab, und laufen für die nächsten sechs Tage nur Barfuß – in der gesamten Hotelanlage liegt nämlich nur Sand. Mega cool!

Doch für viel mehr als nur zum Beachen reicht der Ort leider nicht: Wir vermissen ein authentisches Mexiko, und die Chance, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. In den umliegenden Restaurants in Tulúm wird nur Pizza und Pasta geboten, voll zugeschnitten auf den Tourismus – von mexikanischer Küche und mexikanischem Leben fehlt fast jede Spur. Das finden wir mehr als schade!

Maya-Geschichsstunden in Tulúm

03 / Maya-Ruinen

Doch es gibt einen weiteren Grund für Tulúm außer die erhoffte Entspannung: Maya-Kultur! Und die gibt es reichlich in den Ruinen von Tulúm. Einst ein Anlaufpunkt für Händler aus den unterschiedlichsten Regionen, hat sich diese Stätte zu einer eigenartigen Mischung architektonischer Maya-Stile entwickelt. Der imposanteste Bau – er steht hoch erhoben über dem Wasser – ist das dem Gott Kukulkán gewidmete El Castillo, dessen Stuckfiguren heute noch gut zu sehen sind. Wir sind schwer beeindruckt von dem Wissen, dass die Mayas zu ihrer Zeit hatten – und ebenso von ihrer hohen Kultur.

Leider sind wir auch hier vor Touristenmassen nicht geschützt, davor wurden wir gewarnt. Deshalb besuchen wir die Ruinen schon um 8 Uhr zum Sonnenaufgang – kaum eine Stunde später werden Massen an Besuchern aus unzähligen Bussen in die Anlage gespült, sodass jeder historische Charme in kürzester Zeit verflogen ist.

Nohoch Mul-Pyramide

04 / Cobá

Wir lassen Tulúm nach ein paar Tagen hinter uns und machen uns auf den Weg zum Maya-Highlight: Chichén-Itzá. Auf halbem Weg durch dichten immergrünen Regenwald und Dschungel halten wir in Cobá und besuchen die archäologischen Stätten von Cobá. Die 42 m hohe "Nohoch Mul-Pyramide" ist den langen Fußmarsch durch den Dschungel wert: 120 steile Treppenstufen führen zur Spitze der Pyramide, auf der sich ein kleiner Altar befindet und einen atemberaubenden Ausblick über den umliegenden Dschungel bietet.

Hochburg der Maya-Kultur

05 / Chichén-Itzá

Und dann endlich erreichen wir Chichén-Itzá, eine der größten und am besten erhaltenen Ruinenstätten Yucatáns. Unzählige Tempel, Bauten und Cenoten erinnern an die längst verschollene Kultur der Mayas, und mittendrin die Pyramide von Kukulkán, das wohl bekannteste Bauwerk von Chichén-Itzá. Sie bildet eine Mischung aus Maya- und Toltekenkultur und stellt einen Jahreskalender mit vier Treppen mit je 91 Treppenstufen dar. 4 x 91 Stufen ergibt 364 Stufen, plus eine finale Stufe (Plattform) ergibt 365 Stufen. Dies entspricht der Anzahl an Tagen im Jahr. Das ist aber nicht der einzige Beweis dafür, dass dieses Gebäude astrologischen Zwecken gewidmet wurde:

Zweimal im Jahr, zur Sonnenwende am 21. März und am 21. September erscheint der Schatten einer Schlange an der Pyramide von Kukulkán, die den Treppenaufgang herunterzukriechen scheint und ihren riesigen Kopf auf die unterste Stufe der Pyramide legt. Dieses Spektakel ist von den einstigen Baumeistern genau errechnet worden. Wir sind unheimlich beeindruckt von dem Wissen, dass die Mayas damals schon hatten.

Und nicht minder beeindruckend sind die Cenoten, der Kriegertempel, Jaguartempel oder der Ballspielplatz, und natürlich die Gruppe der 1.000 Säulen.

Entschleunigtes Paradies

06 / Insel Holbox

Zum Abschluss unserer Mexiko-Reise gelingt es uns dann doch noch, zumindest ein kleines Stück authentisches Mexiko zu ergattern: Nach vier Stunden Autofahrt Richtung Norden und einer kurzen Strecke per Boot erreichen wir die Insel Holbox – und damit eine völlig andere Welt. Eine Insel ohne Autos (nur Golfcarts), mit hellen sandigen Straßen, entspannter guter Musik an den Stränden und flachem, helltürkisen Meer und unzähligen Pelikanen. Holbox ist gerade mal 42 km lang und 2 km breit, und nur ein kleiner Teil davon ist öffentlich zugängig. In dem kleinen Ort ist zwar auch reichlich Trubel, doch den lassen wir uns gefallen. Die Tatsache, dass hier wenig geplant ist und vieles nicht klappt (zum Beispiel haben wir enorme Schwierigkeiten, an Bargeld zu kommen), erinnern uns daran, dass wir uns doch gerade in einer anderen Welt befinden.

Unser Fazit

Als wir mit dem Flugzeug die Rückreise nach Atlanta antreten wird uns klar: Yucatan eignet sich hervorragend zum Baden und Entspannen, bietet unglaublich gute mexikanische Küche (sofern man sie findet), ebenso guten Tequila und ist sehr einfach zu bereisen. Insgesamt ist  diese Halbinsel sehr stark auf Tourismus ausgelegt und bietet kaum echtes Mexiko-Feeling. Es ist für uns das erste Mal, dass wir von einer Reise zurückkehren und beinahe gar nichts über das Leben in dem Land geschweige denn Geschichten von Menschen, die wir getroffen hätten, berichten können. Schade!

Unsere Route

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