San Franisco: Alcatraz Prison

USA / 2003 / 2018

Alcatraz – eines der berühmtesten Gefängnisse der Welt. Im einst gefürchteten Hochsicherheitsknast saßen berühmte Gangster wie Al Capone oder Machine Gun Kelly ein, bis John F. Kennedy 1963 Alcatraz aus Kostengründen schloss. Allen Sicherheitsmaßnahmen zum Trotz, scheint zumindest drei Insassen eine spektakuläre Flucht geglückt zu sein. Der Besuch von Alcatraz gehört zum Pflichtprogramm bei einem Besuch von San Francisco!

"Break the rules and you go to prison.
Break the prison rules and you go to Alcatraz."

– UNBEKANNTES ZITAT –

Die Geschichte von Alcatraz

01 / Intro

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch als Fort genutzt, wurde Alcatraz Anfang der 1930er Jahre zur Gefängnisinsel umgebaut. Von 1934 bis 1963 fungierte es als eines zu der Zeit bekanntesten und berüchtigtsten Hochsicherheitsgefängnisse der USA. Wegen des eiskalten Wassers in der Bucht und der tückischen Strömung war „The Rock“ für ein Gefängnis ideal gelegen, da eine Flucht unmöglich schien. Aufgrund zu hoher Betriebskosten wurde das Gefängnis 1963 auf Anweisung von Präsident John F. Kennedy geschlossen. Nach der Schließung wurde die Insel kurzzeitig von Indianern besetzt, dann jedoch geräumt und zu einem Museum umfunktioniert. Da Alcatraz Island eine wichtige Brutstätte für Seevögel ist, wurde die Insel schließlich zu einem Nationalpark ernannt.

Tipp: Tickets rechtzeitig online kaufen!

02 / Pier 33

Bei unserem letzten Besuch in San Francisco 2014 hatten wir keine Chance, spontan Tickets für Alcatraz zu bekommen. Die Touren waren längst ausgebucht. Dieses Mal waren wir klüger und haben die Karten bereits zwei Monate im Voraus online gekauft. Für 30 USD pro Person steigen wir am Pier 33 auf die Fähre, die uns in nur 15 Minuten rüber nach Alcatraz fährt. Keine Frage: Alcatraz ist eine enorme Touristen-Attraktion! Aber eine sehr lohnenswerte, wie wir meinen …

Fesselnde Audiotour

03 / Unterwegs auf Alcatraz

Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung durch die Parkranger, dürfen wir uns frei über das Gelände bewegen. Uns interessiert der alte Leuchtturm oder der Wasserturm weniger, weshalb wir direkt das Gefängnis ansteuern. Am Eingang wird uns eine kostenlose Audiotour angeboten: Mit Kopfhörern bestückt, werden wir durch die Zellenblocks geführt und erfahren alles Wissenswerte über das Gefängnis. Das Besondere an dieser Audiotour: Sie wird (im Englischen) von den Originalstimmen der Zeitzeugen erzählt; mal aus Sicht der Wärter, mal aus Sicht der Häftlinge. Hinzu kommt eine Vertonung von Geräuschen wie Schüssen oder Schlüsselgeklapper – was den Besuch sehr authentisch macht und einige Male für Gänsehaut sorgt. Wir lassen uns trotz der vielen Besucher tief in den Bann ziehen.

Die Tour führt uns durch über den "Broadway", den zentralen Gang, von dem aus der Großteil der Zellen über drei Geschosse hin sichtbar und erreichbar ist. Wir bekommen Einblicke in die 1,5 x 2,7 Meter kleinen Zellen, die Premium-Zellen (für Häftlinge mit besonders guter Führung) und sogar die Einzelhaft im D-Block; auch die Bibliothek, die Küche samt Speisesaal sowie die Verwaltung bekommen wir zu sehen. Immer wieder erzählen Häftlinge bei der Audiotour über ihre Erlebnisse und Gefühle – so bekommen wir eine Vorstellung davon, wie sich eine Haftstrafe auf Alcatraz angefühlt haben muss.

Blutvergiessen und Geiselnahme

04 / Schlacht um Alcatraz

Besonders mitreißend erzählt die Audiotour die "Schlacht um Alcatraz", bei der drei Insassen und zwei Gefängniswärter ums Leben kamen. Sechs Sträflinge hatten mehrere Wärter als Geiseln genommen, um mit deren Transportschiff fliehen zu können. Nach mehrtägigen Verhandlungen überwältigten die zur Unterstützung der Polizei alarmierten Marines unter Einsatz von Handgranaten und Schusswaffen die Aufständischen. Noch heute erkennen wir die Einschusslöcher oder Einschlaglöcher der Granaten.

Geglückt oder nicht: Flucht von Alcatraz

05 / Flucht von Alcatraz

Mindestens ein Fluchtversuch scheint doch gelungen zu sein. Dank der exponierten Lage von Alcatraz in der Bay von San Francisco, haben Salz und der Feuchtigkeit dem Mörtel des Gefängnisses schwer zugesetzt. Für die drei Insassen Frank Morris, John Anglin und Clarence Anglin war diese Schwachstelle die beste Gelegenheit, sich über zwei Jahre hinweg mit in die Zellen geschmuggelten Essbestecken einen Weg durch die Belüftungsschächte der Zellen freizugraben. Damit sie in der Nacht ihrer Flucht nicht sofort aufflogen, haben die Männer Attrappen ihrer Köpfe aus Seife geschnitzt und mit Menschenhaar und Baumwolle so drapiert, als lägen sie schlafend in ihren Betten. Aus alten Regenmänteln und Klebstoff hatten sie ein Schlauchboot gefertigt, um damit die kalte Bay zu überqueren. Ihr Verschwinden wurde erst am nächsten Morgen bemerkt, als sie bereits einen Vorsprung von über neun Stunden hatten.

Ob die Männer überlebt haben oder nicht, ist bis heute nicht klar: Das FBI geht davon aus, dass die Häftlinge in der starken Strömung und dem eiskalten Wasser ertrunken sein müssen. Ihre Leichen selbst wurden jedoch nie gefunden!

Wir treffen den letzten lebenden Ex-Häftling von Alcatraz!

06 / William G. Baker

Wie so oft endet die Tour im Souvenir-Shop. Uns interessiert der Schnippes wenig – bis unsere Aufmerksamkeit auf einen Stapel roter Bücher fällt, hinter dem ein alter Herr sitzt. Wie sich herausstellt, ist es der 86-jährige William "Bill" Baker (2018), der letzte noch lebende Ex-Häftling von Alcatraz. Knapp 50 Jahre seines Lebens verbrachte Baker in verschiedenen Gefängnissen des Landes, drei davon auf Alcatraz. Autodiebstahl, Scheckfälschungen, und ständige Ausbruchversuche aus verschiedenen Gefängnissen der USA stehen in seinem Lebenslauf. Heute, als freier Mann, stellt er seine Autobiographie mit dem Titel "Alcatraz # 1259" vor und signiert auf Wunsch die Bücher.

Auf dem Boot zurück zum Festland ist die Stimmung ein wenig gedrückt. Der Besuch von Alcatraz ist spannend und beklemmend zugleich – gefördert werden die Gefühle durch die besagte Audiotour. Sicher ist, dass dieser Besuch einen großen Eindruck bei uns hinterlassen hat. Deshalb können wir eine Tour nach Alcatraz uneingeschränkt empfehlen!

Unsere Route

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© 2018 Hendrik Breuer & Rebecca Breuer