Yellowstone Nationalpark

USA / 2018

Fauchende Geysire, heiße Quellen und blubbernde Schlammtöpfe treffen auf Bären, Wölfe und Bisons – willkommen im ältesten Nationalpark der Welt! Der Yellowstone Nationalpark beeindruckt mit seinen geothermischen Aktivitäten und ist absolut die weite Anreise wert …

Der beste Ausgangspunkt für den Yellowstone

01 / West Yellowstone

Der vermutlich schönste und beeindruckenste Nationalpark der USA ist zugleich auch der älteste Nationalpark der Welt: der Yellowstone Nationalpark in Wyoming. Die einstige Heimat von verschiedenen Indianerstämmen wie den Shoshonen und Blackfoot ist mit 9.000 km2 fast so groß wie die Mittelmeerinsel Korsika. Der Park ist in den South Loop (155 km) und den North Loop (113 km) unterteilt – beide Routen führen in eine sehr unterschiedliche Natur. Aufgrund der großen Entfernungen und der Vielzahl an Sehenswürdigkeiten solltest du mindestens drei Tage in diesem Naturparadies einplanen.

Gleich fünf Eingänge führen in den Park: West Yellowstone (Westen), Gardiner (Norden), Cooke City (Nord-Osten), Cody (Osten), sowie der Grand Teton Nationalpark (Süden). Eine sehr gute Ausgangslage mit einer großen Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants ist das kleine Städtchen West Yellowstone. Hier haben wir für vier Nächte eine gemütliche Cabin gemietet, Feuerstelle direkt vor der Tür inklusive.

Leider liegt der Yellowstone Nationalpark ziemlich ab vom Schuss, wie man so schön sagt. Hierher zu kommen, ist mit einigem Flug- oder Fahraufwand verbunden. Zum Beispiel ist Salt Lake City mit dem Internationalen Flughafen eine gute Anflugmöglichkeit. Von hier aus sind es ca. 6 Stunden Autofahrt Richtung Norden, um den Yellowstone zu erreichen.

Tag 1: South Loop

02 / Firehole Canyon Drive

Schon bei der Einfahrt in den Yellowstone Nationalpark wird klar: Dieses Naturparadies ist etwas ganz besonderes! Die dichten grünen Wälder und glasklaren Flüsse geben uns das Gefühl, im tiefsten Kanada zu sein. Eine Landschaft, in der wir jede Sekunde einen Grizzly oder Elch erwarten. Und es dauert keine 20 Minuten, bis wir auf die ersten Bisons stoßen, die auf den Auen im morgendlichen Nebel grasen – oder die ersten Hirsche, die im Madison River baden.

An der ersten Kreuzung im Park angekommen, folgen wir der Straße nach Süden. Ein kurzer Abstecher über den Firehole Canyon Drive führt uns zu den 15 m hohen Firehole Falls, ehe wir dem Firehole River weiter folgen.

Von Geysiren und Schlammtöpfen

03 / Fountain Paint Pot

In der darauffolgenden weiten Ebene des Parks stehen Dutzende Bisons auf den Wiesen, im HIntergrund qualmt es an verschiedenen Stellen aus der Erde. Was für ein beeindruckendes Naturschauspiel!

Unser nächster Halt gilt dem Fountain Paint Pot Trail, einem einfachen ca. 800 m langer Rundweg, der dicht an mehreren hydrothermalen Quellen vorbeiführt. Hier im Lower Geyser Basin findet sich die weltweit größte Ansammlung an Geysiren, und so erleben wir zum ersten Mal die ganze Bandbreite des Vulkanismus im Yellowstone Park: von den wasserreichen Quellen und Geysiren bis zu den wasserarmen Schlammtöpfen und Fumarolen.

Bunte Farbpalette

04 / Firehole Spring

Direkt auf der anderen Straßenseite führt uns eine kurze Stichstraße an das wunderschöne und außergewöhnliche Farbspiel des Firehole Spring. Die extrem leuchtenden Farben von türkis-blau bis gelb entstehen durch bestimmte Bakterien, die im Wasser leben. Leise und sanft blubbert das fast 90 °C heiße Wasser vor sich hin.

Das ist Yellowstone!

05 / Grand Prismatic Spring

Schlag auf Schlag geht es weiter: Mit dem Grand Prismatic Spring erreichen wir bereits unser persönliches Highlight – und zugleich DAS Aushängeschild des Yellowstone Nationalparks. Diese drittgrößte Thermalquelle der Welt (90 m Durchmesser) besticht ebenfalls durch seine extremen Farben.

Ausschlaggebend für das spektakuläre Farbenspiel (Spektralfarben wie durch ein “Prisma” gebrochen, daher auch der Name “prismatic”) sind neben den Mineralstoffen in erster Linie hitzeliebende Kleinstlebewesen. In seiner Mitte ist der Pool himmelblau, dort ist das Wasser mit bis zu 90°C zu heiß für die allermeisten Bakterien. Aber an den schon etwas kühleren Rändern siedeln sich unterschiedlich pigmentierte Mikroorganismen an und bilden so dieses einzigartige Farbmuster. An den grünen und gelben Stellen hat das Wasser in etwa 70°C, noch kühlere Bereiche erscheinen dann in Orange-, Rot- und Brauntönen.

Noch sind die Lufttemperaturen am Vormittag so kühl, dass das heiße Wasser dampft. Doch schon nach kurzer Zeit nimmt der Dampf weiter ab und die Thermalquelle gibt ihre gesamte Schönheit preis. Besonders vom "Picture Hill" aus hat man einen tollen Blick von oben auf den Naturpool.

Der berühmte Geysir Old Faithful

06 / Old Faithful

Der Yellowstone Nationalpark wartet mit ca. 300 Geysiren auf – der bekannteste (und zuverlässigste!) ist der "Old Faithful" im Süden des Parks. Seinen Namen hat er aufgrund seiner Zuverlässigkeit bekommen: Wie kein anderer Geysir, spuckt er seine bis zu 50 m hohe Wasserfontäne regelmäßig alle 60-90 Minuten aus.

Während wir zur Mittagszeit auf den nächsten Ausbruch warten, gesellt sich ein Bison-Bulle vor der Bild … würde der Geysir in diesem Moment ausbrechen, wäre das nicht nur eine warme Dusche für das Tier, sondern auch ein grandioses Foto für die Zuschauer! Doch das bleibt allen Beteiligten erspart – der Bulle zieht von dannen, ehe der Geysir ausbricht.

Stromschnellen und Windstille

07 / Hayden Valley

WIr folgen dem South Loop, der sich nun wieder nach Norden schlängelt. Immer wieder werfen wir einen Blick auf den Yellowstone Lake, auf dem heute richtig kräftige Windböen wüten und dem See ordentliche Schaumkronen verpassen. Die LeHardy Rapids, die Stromschnellen des Yellowstone River, lassen wir ebenfalls hinter uns und passieren das malerische Hayden Valley. Hier weht kein Wind mehr … was für eine Ruhe, was für ein Ausblick, was für eine Natur! Der Blick in die Prärie, durch deren Mitte der Yellowstone River fließt, ist das reinste Gemälde.

Tiefe Schluchten und hohe Wasserfälle

08 / Grand Canyon of Yellowstone

Am nördlichen Ende des South Loop erreichen wir den bis zu 1.500 m tiefen Grand Canyon of Yellowstone. Der Blick in das Tal ist beeindruckend – vor allem auf den riesigen Wasserfall, der sich auf die Upper und Lower Falls unterteilt! Bei dem kleinen Loop, der hier abgeht, haben wir die Chance, die Lower Falls genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein kurzer Trail von nur ca. 400 m führt hinab zum Fluss … er ist nicht schwer, doch die zu überwindenden 200 Höhenmeter machen uns vor allem nachher auf dem Rückweg zu schaffen. Unten angekommen, haben wir einen grandiosen Blick auf den Fluss, und stehen jetzt am Abgrund, wo das Wasser über 200 m in die Tiefe stürzt. Genau das Richtige für jemanden wie Hendrik, der ordentlich Höhenangst hat.

Tag 2: North Loop

09 / Artists Paint Pots

Am nächsten Tag nehmen wir den North Loop in Angriff. Unser erster Halt sind die Artists Paint Pots. Auf einem etwa 1,6 km langen Rundtrail finden wir uns mitten in geothermalen Aktivitäten wieder. So früh am Tag stehen wir direkt im Nebel, den das kochend heiße Wasser im Boden vor uns verursacht, ehe wir dann doch den Blick auf das gesamte Areal freibekommen. In diesem Areal befinden sich 50 Quellen, Geysire und Mud Pots. Sie alle schillern in bunten Farben von Blau, Grau, Rot, Orange und Braun, und mischen sich perfekt mit dem Grün der umliegenden Wälder.

Jahrhunderte alte Kalksteinterrassen

10 / Mammoth Hot Springs

An der Nordgrenze des Parks angekommen, erreichen wir ein weiteres Highlight des Yellowstone Nationalparks: die Mammoth Hot Springs. Heiße Quellen lassen seit Jahrhunderten warmes Wasser von ca. 70 °C über die Kalksteinterrassen nach unten gleiten. Das Wasser enthält überdurchschnittlich hohe Kalk- und Mineralienanteile, die am Quellaustritt ausfallen und sich in Form von Terrassen ablagern. Verschiedene Algen und Bakterien sorgen – je nach Temperatur des Wassers – für unterschiedliche Farben.

Der mit dem Wolf tanzt: Lamar Valley

11 / Lamar Valley

Am Tower Roosevelt kreuzen wir erneut den Yellowstone River und nehmen hier noch nicht die Abzweigung nach Süden, um dem Loop zu folgen, sondern fahren Richtung Nordost-Ausgang. Unser Ziel ist das Lamar Valley, wo eine gute Chance auf wilde Tiere bestehen soll. Und genau so ist es:

Das Tal wimmelt vor riesigen Bison-Herden, die rechts und links in der Prärie stehen, oder in Herden die Straße kreuzen und die Besucher zum Bremsen zwingen. Unbeirrt von all den Menschen setzen die riesigen Säugetiere ihre Wanderungen fort. Kurz vor dem Pebble Creek haben wir auf einer Anhöhe einen fantastischen Blick über das Tal, das zu unseren Füßen liegt. Dort unten weiden mindestens 200 Bisons in aller Ruhe, umrahmt von Nadelbäumen und Espen, die im Indian Summer ein buntes Feuerwerk an Farben abbrennen. Für einen kurzen Moment vergessen wir, dass wir in den USA sind, und glauben uns eher im Herzen von Südafrika. Würde jetzt ein Kevin Costner durch das Bild reiten, es würde uns nicht wundern.

Ausflug: Grand Teton Nationalpark

12 / Grand Teton Nationalpark

Wenn man schon den Yellowstone besucht, liegt auch ein Besuch des südlich angrenzenden Grand Teton Nationalpark nahe. Nach gut zwei Stunden Fahrtzeit von West Yellowstone aus, tun sich vor uns drei riesige spitze Berge auf, auf den Gipfeln liegt noch etwas Schnee: die Grand Tetons. Dieses mehr als 4.000 m hohe Bergmassiv ist vor ca. 2 Millionen Jahren durch Erdbeben entstanden. So wuchtig und majestätisch sie auch aussehen, der Blick ist leider nicht richtig frei – dichter blauer Dunst liegt in der Luft, der ganz offensichtlich von Waldbränden in der Region kommt. Die Bergkette ist zwar sehr beeindruckend – aber eine Fahrt durch den Park hat sich unserer Meinung nach absolut nicht gelohnt. Zumindest aber bieten sie ein tolles Motiv, wie sie sich im Jackson Lake spiegeln.

Unsere Route

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© 2018 Hendrik Breuer & Rebecca Breuer