Roadtrip durch Nord-Kalifornien

Kalifornien (Norden), USA / 2018

Auf dem Weg von San Francisco nach Oregon erleben wir ein raues, wildes Kalifornien – vom Mount Tamalpais geht es über Point Reyes nach Mendocino und schließlich in die Redwoods. Die 1.500 Jahre alten Mammutbäume sind Giganten und geben uns einen Vorgeschmack, was uns auf dem Roadtrip nach Norden noch erwarten wird.

Gute Aussichten auf die Bay Area

01 / Mount Tamalpais State Park

Nachdem wir einige Tage in Sausalito gelebt und neue Ecken in San Francisco für uns entdeckt haben, geht es nun endlich auf die spannende Reise nach Nord-Kalifornien, Oregon und Washington. Wir lassen die Muir Woods links liegen und schrauben uns auf den Mount Tamalpais, den höchsten Berg in der Bay Area.

Die Hügel hier oben geben ein seltsames Bild ab: schön glatte Landschaften mit einem Klecks grün – und einer fantastischen Aussicht. Richtung Südosten haben wir freien Blick auf die Richardson Bay, in der auch Sausalito liegt, und erkennen am Horizont sogar noch die Transamerica Pyramid in San Francisco. Der Blick nach Westen, auf die Stinson Bay und den Pazifik, bleibt uns jedoch verwehrt. Dichter Nebel hängt vor der Küste, während wir oberhalb der Wolkendecke stehen. Es sieht aus, als können wir über ein unendliches Parkett an weicher Watte spazieren.

Kalifornien mal ganz anders

02 / Point Reyes

Kaum lassen wir San Francisco hinter uns, erleben wir bei Point Reyes ein ganz anderes Kalifornien, als wir es bisher gekannt haben. Der Point Reyes National Seashore ist ein knapp 290 km² großer Park, der auf einer Landzunge in den Pazifik hineinragt. In diesem Gebiet stehen über 1.500 Tier- und Pflanzenarten sowie 130 km Küste unter Naturschutz. Entstanden ist das Gebiet durch Verschiebungen der Erdplatten, direkt unter uns verläuft der San-Andreas-Graben. Es ist ein faszinierendes Stück Natur, mit Boddenlandschaften, kilometerlangen Stränden – und einem stürmischen Kap, an dem ordentlich der Wind um den Leuchtturm pfeift. Dabei gibt ein altes Schiffswrack in dem Örtchen Inverness genau das wieder, was die Natur hier ist: rau, wild, ungebändigt.

Die Landschaft wird rauer

03 / Von Bodega Bay nach Manchester

Die nächsten 130 Meilen auf dem Highway One führen uns entlang der Küste in Richtung Mendocino. Nord-Kalifornien unterscheidet sich von Süd-Kalifornien deutlich: die Strände werden breiter, felsiger, rauer. Aufgrund der vielen Kurven kommen wir nicht so schnell voran, was nicht schlimm ist – bloß gibt es hier nicht viel zu entdecken. Wir haben kleine, schnuckelige Küstenorte erwartet – doch Bodega Bay, Jenner und Manchester haben nicht viel zu bieten … es gibt hier nicht einmal Tankstellen. Dafür aber immer wieder tolle Ausblicke auf den Pazifik!

Beschauliches Künstlerdorf

04 / Mendocino & Fort Bragg

Der Name Mendocino klingt wie Musik in den Ohren und die Musik war es auch, die diese kleine Stadt mit dem historischen Ambiente bei uns in Mitteleuropa so bekannt machte. Sir Douglas Quintett oder Michael Holm schieben wir aber besser beiseite … Mendocino ist auch ohne diese Gassenhauer einen Besuch wert. In diesem kleinen beschaulichen Ort, auf einem Felsplateau hoch über dem Pazifik gelegen, ticken die Uhren langsamer. Zu Recht für einen Künstlerort! Schon seit den 40er Jahren bieten die schmucken Holzbauten im Viktorianischen Stil eine tolle Kulisse für Hollywood (zum Beispiel "East of Eden" mit James Dean).

Weiter geht es nach Fort Bragg. Der Ort wurde 1857 als Militärpostamt gegründet und ist heute einer der größten Stützpunkte der US Army. Eine Sehenswürdigkeit der Skurrilität ist der Glass Beach im MacKerricher State Park, am nördlichen Stadtausgang von Fort Bragg: von Wind und Brandung abgeschliffene Glasscherben einer ehemaligen Deponie wurden hier in großen Mengen angespült und verzaubern den Strand zu einem bunten Puzzle.

Märchenhafter Riesenwald

05 / Redwood National and State Park

Circa 50 Kilometer nördlich von Fort Bragg, am südlichen Ende der Redwoods, endet bei Leggett der legendäre Highway One und geht hier nun in den Highway 101 über. Damit haben wir einen weiteren Meilenstein unserer USA-Reisen gesetzt, indem wir den kompletten Highway 1 abgefahren sind – von Dana Point in Südkalifornien bis nach Leggett in Nordkalifornien (Ganz nebenbei: Der unserer Meinung nach schönste und spektakulärste Abschnitt liegt definitiv zwischen Monterey und Santa Barbara, genau um die Region von Big Sur).

Die Wälder werden nun immer dichter, die Bäume immer größer, und die Riesen lassen immer weniger Licht hindurch. Fast verpassen wir die Einfahrt zum Redwood Nationalpark; wobei uns noch nicht klar ist, dass dieser Park in drei Teile geteilt ist: Prairie Creek Redwoods State Park, Del Norte Coast Redwoods State Park und Jedediah Smith Redwoods State Park.

Im diesem Schutzgebiet wachsen knapp 50 Prozent des natürlichen Bestands an Küstenmammutbäumen, den mit bis zu 120 Metern höchsten Bäumen der Erde. Zwar haben Redwoods nicht so einen großen Stammumfang wie die Sequioa-Kollegen im Yosemite Nationalpark, dennoch sind sie ebenso beeindruckend.

Wir laufen den 1,6 Meilen langen Lady Bird Johnson Loop-Trail im südlichen Park und bekommen die 1.500 Jahre alten Baumriesen aus nächster Nähe zu sehen. Die Sonne am späten Nachmittag sorgt dabei für ein goldenes Licht und verwandelt den Wald mit seinen Farnen in einen märchenhaften Superwald.

Ein paar Meilen weiter nördlich verlassen wir den Highway 101 wieder und nehmen den parallel verlaufenden Prairie Creek Trail. Auch dieser Teil der Redwoods ist beeindruckend, denn die Autos, die hier entlang fahren, beweisen den unglaublichen Größenunterschied zu den Mammutbäumen.

Auszeit am Pazifik

06 / Smith River

In Smith River, nur wenige Meilen vor der Grenze zu Oregon, drücken wir die Paustaste. In einem BnB beziehen wir für zwei Tage die obere Etage und genießen den Blick auf den Pazifik sowie die absolute Stille, um unseren eigenen Akku aufzuladen. Zwei Tage machen wir nichts außer Lesen oder Strandspaziergänge an diesem breiten, menschenleeren Strand. Abends werden wir mit traumhaften Sonnenuntergängen und morgen mit einem Vollmond belohnt. Der Horizont ist aufgrund der nahegelegenen Wildfire leider etwas vernebelt, doch das stört unsere Erholung nicht im geringsten. Bald geht es weiter nach Oregon und Washington – wir sind sehr gespannt, was uns dort alles erwartet!

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Malerische Strände an der rauen Pazifikküste, verträumte Fischerdörfer mit Walfänger-Charme, kulinarische Highlights an den Foodtrucks von Portland … weiter geht's auf unseren 3-wöchtigen Roadtrip durch den "grünen" Staat Oregon …

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© 2018 Hendrik Breuer & Rebecca Breuer