Roadtrip durch Texas & New Mexico

Texas & New Mexico, USA / 2012 / 2013

In Texas ist alles größer: nicht nur die Prärie, auch die Straßen, die Autos, die Hüte und die Steaks. Hier wird der Cowboy-Hut mit Stolz getragen, und auch wenn die Texaner so selbstbewusst wie unsere Bayern sind – sie sind sehr aufgeschlossen und offenherzig!

Auf den Spuren der Ermordung von JFK


01 / Dallas

Okay, das haben wir unterschätzt: Texas ist riesig ... wir meinen wirklich RIESIG! 700.000 Quadratkilometer, um genau zu sein. Das ist größer als Deutschland, England, Schottland, Irland, Nord-Irland, Belgien und Holland zusammen. Dass wir viel fahren müssen, war uns von Beginn an klar. Dass wir aber SOVIEL fahren müssen, nicht. Dennoch ist Texas verdammt cool.

Los geht’s in Dallas, das uns weniger als Stadt interessiert (die finden wir eher unspektakulär), sondern vielmehr aus historischer Sicht spannend, denn: Am Dealey Plaza wurde 1963 Präsident John F. Kennedy mit mehreren Schüssen ermordet. Wir besuchen den Ort des Geschehens und versuchen, uns selbst einen Eindruck zu machen, was damals passiert sein könnte.

Zunächst besuchen wir das „Texas School Book Depository“, aus dem der angebliche Schütze Lee Harvey Oswald die tödlichen Schüsse abgefeuert haben soll. Es ist heute ein Museum, das sich mit der umfangreichen Geschichte von JFK und dem Tag seiner Ermordung befasst. Vom berühmten Fenster aus können wir die weißen Kreuze sehen, an denen damals die Kugeln die Präsidentenlimousine getroffen haben. Noch spannender wird es, als wir uns draußen hinter den Zaun am „Grassy Knoll“ stellen um zu prüfen, wie gut von dort die Elm Street einzusehen ist. Schlussendlich kommen auch wir, wie die Kritiker der Einzeltäter-Theorie, zu dem Ergebnis: Es hat ziemlich sicher mehr als nur einen Schützen gegeben.

Im größten Football-Stadion der USA


02 / Dallas Cowboys

Als Football-Fans nutzen wir die Gelegenheit und besuchen ein NFL-Game der Dallas Cowboys. Wie cool das alleine ist, dass sich die Fans schon lange vor dem Spiel auf den Parkplätzen treffen, gemeinsam BBQ grillen und sich auf das Spiel einstimmen. Als wir das Stadion betreten, wird uns wieder einmal klar, dass in Texas einfach alles größer ist: Das AT&T Stadion hat den größten nicht durch Säulen gestützten Innenraum, sowie zwei der größten HD-Bildschirme (46 x 21 Meter) der Welt. Außerdem lässt sich das Dach während des Spiels öffnen. Während des Spiels geht richtig die Post ab, die Stimmung ist trotz dieser Größe grandios!

Ungeplanter Abstecher an den Mississippi River


03 / Natchez & New Orleans

Nach ein paar Tagen in Dallas starten wir endlich unseren ausgedehnten Roadtrip. Ganz spontan werfen wir unsere Pläne, als nächstes nach Houston zu fahren, über Bord und erweitern unsere Route. Über Shreveport in Louisiana geht’s für uns nach Natchez, Mississippi. Die ältestes Stadt des Staates liegt unmittelbar am Mississippi River und ist berühmt für ihre grandiosen Herrenhäuser der Antebellum-Architektur.

Über Hattiesburg geht es weiter nach Süden: Unser Ziel ist New Orleans. Der spanische und französische Kolonialstil gefällt uns sehr gut, genau wie die leckere, kreolische Küche. Doch ansonsten werden wir mit New Orleans überhaupt nicht warm. Vielleicht liegt das an dem riesigen touristischen Trubel in der Bourbon Street. Besonders abends ist hier die Hölle los, und wir finden den Dreck in den Straßen abstoßend. Hatten wir in den zwei Tagen einfach nur Pech, oder ist New Orleans tatsächlich überbewertet? Wir können es uns nicht erklären, besuchen noch kurz das Mausoleum, und lassen New Orleans schnell hinter uns.

Zu Besuch bei Tabasco


04 / Avery Island

Der weitere Weg führt uns vorbei an Baumwollfeldern, vorbei an vielen großartigen Plantagenhäusern (wie zum Beispiel der Oak Alley Plantation), nach Avery Island. Bei Tabasco nehmen wir an einer Factory Tour teil und bekommen somit einen Einblick in die Tabasco-Produktion. Edmund McIlhenny begann in den 1860er Jahren auf seinem Anwesen, mit Chilis zu experimentieren. Er schickte 350 Musterflaschen an verschiedene Händler, und aufgrund zahlreicher positiver Rückmeldungen begann die Produktion der Sauce im großen Stil. Noch heute ist die Rezeptur unverändert. Tabasco besteht aus nur drei Zutaten: Chilis, Salz und Branntweinessig. Hier von Avery Island aus wird Tabasco in die Welt exportiert, es ist die einzige Produktionsstätte!

Eine Stadt, viele Kulturen


05 / San Antonio

Über Houston und Galveston erreichen wir den Golf von Mexiko. Hier finden wir wunderschöne Strände entlang der Küstenlinie, und legen spontan einen Strandtag in der Nähe von Corpus Christi ein.

In keiner anderen Stadt in Texas werden die unterschiedlichen, kulturellen Einflüsse so stark sichtbar wie in San Antonio. Deutlich wird uns das beim River Walk entlang der Flusspromenade, als wir an den unterschiedlichsten tropischen Pflanzen vorbeikommen, Brücken mit venezianischem Flair überqueren und uns in einem der zahlreichen Cafés ausruhen. Wir statten noch der „Mission San António de Valero“, besser bekannt als das Alamo, einen Besuch ab, ehe wir San Antonio hinter uns lassen.

Der Wilde Westen ganz nah


06 / Bandera

Es würde niemandem auffallen, wenn wir anstatt mit unserem Mietwagen mit einer Kutsche in Bandera reinrollen. In diesem urigen Wild-Western-Städtchen ticken die Uhren noch ganz anders. Hier läuft jeder mit Cowboy-Hut, Karo-Flanellhemd, Jeans und Westernstiefeln durch die Stadt – authentischer geht’s gar nicht. Schließlich sind wir hier in Texas! In einem der Western-Läden würden wir uns am liebsten auch einen Cowboy-Hut kaufen, doch zuhause könnten wir den allenfalls an Karneval tragen. Also lassen wir das besser.

Rüber nach Mexiko? Zu gefährlich …

07 / Laredo & El Paso

Wir nähern uns der mexikanischen Grenze, und stehen gleich dreimal vor der Versuchung, die Grenze nach Mexiko zu überqueren: in Laredo, in Del Rio und später in El Paso. Gerade in El Paso, dessen Stadt in der Mitte geteilt ist, würden wir so gerne in den anderen Teil, nach Ciudad Juárez gehen. Wir informieren uns, und man rät uns mehrfach davon ab. Die Gewalt und die Drogenbanden auf der anderen Seite gefährden unsere Sicherheit. Und selbst wenn nichts passiert, würden wir spätestens von den amerikanischen Grenzbeamten auf dem Rückweg auseinander genommen werden, was wir wohl in Mexiko zu suchen gehabt hätten. Abenteuer sind gut, aber so gut nun auch wieder nicht. Dann essen wir den Burrito lieber auf amerikanischer Seite in einem der leckeren Restaurants.

Im weiteren Streckenverlauf, egal in welche Richtung wir fahren und welche Straße wir nehmen, finden strenge Kontrollen statt: Unsere Pässe werden geprüft, der Kofferraum durchwühlt, Hunde schnüffeln den Wagen ab. Wir fühlen uns gerade wie Schwerverbrecher.

Zurück zur Natur


08 / Big Bend Nationalpark

Der Big-Bend-Nationalpark gehört mit seinen 3.200 Quadratkilometern zu den größten Nationalparks der USA. Durchzogen wird er vom Rio Grande, der auch gleichzeitig ein Teil der Grenze zu Mexiko bildet. Naturliebhaber, Wanderburschen und Tierfreunde kommen hier auf ihre Kosten. Da in diesem Teil von Texas weit und breit kaum Unterkünfte zu finden sind, beschränken wir uns auf eine Entdeckungstour per Auto – auch wenn wir liebend gerne etwas tiefer in den Park vorstoßen würden.

Die weltweit grösste Gipssand-Wüste


09 / White Sands National Monument

Wie ein Meer aus Sand erhebt sich White Sands glitzernd aus dem Herzen des Tularosa Beckens inmitten der Wüste New Mexicos. Die riesigen wellenförmigen Dünen bestehen aus Gipssand – und machen dieses National Monument zu einem der großen Naturwunder der Welt. Im grellen Sonnenlicht sind wir fast geblendet vom Sand, und die Hitze ist fast unerträglich. Trotzdem wagen wir es, einige Hundert Meter in die Dünen zu laufen. Wir kommen uns vor, als stehen wir mitten in der Sahara.

Unsere Route führt uns weiter nach Norden, nach Albuquerque, und von dort zur Cadillac Ranch in Amarillo, bis unser Roadtrip schließlich in Fort Worth endet.

Fort Worth Stockyards


10 / Fort Worth

Der „Stockyards National Historic District“ ist Heimat des Cattle Drive – hier treiben die Cowboys noch zweimal täglich die für Texas typischen Longhorn-Rinder durch die Straßen. Außerdem besuchen wir die Rodeo-Arena, sowie die weltgrößte Honky-Tonk-Bar, „Billy Bob’s Texas“.

Unser Fazit: Texas ist sehr anders als alle anderen Bundesstaaten, die wir bisher gesehen haben. Auch fällt uns auf, dass Texaner extrem stolz sind auf ihren Staat und alles, was damit zusammenhängt (ähnlich wie unsere Bayern). Dabei sind Texaner unglaublich aufgeschlossene und freundliche Menschen, die für ihre Gastfreundschaft bekannt sind und uns immer wieder in ein Gespräch verwickeln. Wo sonst in den USA werden wir aus einem entgegenkommenden Fahrzeug mitten im Nirgendwo gegrüßt?

Unsere Route

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© 2018 Hendrik Breuer & Rebecca Breuer