Zanzibar

Tansania / 2016-2017

Zanzibar – das bedeutet feinster, weißer Sand, türkisfarbenes Meer und Kokospalmen am Indischen Ozean. Was nach kitschiger Fototapete klingt, zeigt sich in Wahrheit als beeindruckende und in weiten Teilen unberührte Insel vor der Ostküste Afrikas.

Exotisches und geheimnisvolles Zanzibar

01 / Matemwe

Zanzibar – das bedeutet feinster, weißer Sand, türkisfarbenes Meer und Kokospalmen am Indischen Ozean. Was nach einer kitschigen Fototapete klingt, zeigt sich in Wahrheit als beeindruckende und in weiten Teilen noch unberührte Insel vor der Ostküste Afrikas. Schon lange stand diese Insel auf unserer Wunschliste – zum Jahreswechsel 2016/2017 haben wir uns endlich auf den Weg gemacht. Bewusst haben wir eine Unterkunft fernab des Massentourismus gewählt, um so das möglichst ursprüngliche Zanzibar kennenzulernen: In Matemwe, einem kleinen Ort an der Ostküste, haben wir für acht Tage ein Zuhause gefunden.

Die abenteuerlichste Anreise unseres Lebens!

02 / Dar-Es-Salaam

Unser Flug aus Dubai landet pünktlich in Dar Es Salaam, der größten Stadt in Tansania. Was wir und viele andere Passagiere bei der Ankunft nicht wissen: Wir brauchen ein Visum zur Einreise – aber das haben wir nicht. So pressen sich 300 bis 400 Menschen in eine winzige Ankunftshalle, in der sich die afrikanischen Beamten an nur drei Schaltern in aller Ruhe der Meute entgegenstellen. Allerdings bleibt uns nicht viel Zeit, denn in 60 Minuten geht unser Anschlussflug nach Zanzibar!

Wir schaffen es einen Beamten dazu zu drängen, uns vorzuziehen – doch jetzt muss das Visum noch bezahlt werden: 50 USD pro Person. Wie gut, dass wir zufällig Dollar dabei haben. Also auf zum nächsten Schalter, und hier bekommen wir die Willkür der Beamten zum ersten Mal zu spüren: Der Italienerin vor uns unterstellen sie, ihre Dollar seien Falschgeld – und weisen Sie ab. Dem Amerikaner vor uns knöpfen sie einfach 100 USD ab. Und bei uns ... akzeptieren sie zwar das Geld, kassieren aber kommentarlos die Pässe und geben uns mit Handzeichen zu verstehen, wir sollen einfach in der Halle warten. Klasse!

Nach 30 Minuten Warten bei 35° Celsius in einer unklimatisierten Halle bekommen wir endlich die Pässe zurück und stürmen zum Abflug-Terminal, den wir über einen schmalen "Hinterhof-Korridor" erreichen, durch quasi nicht vorhandene Sicherheitskontrollen, mit der Erkenntnis: Der Flieger ist weg! Und jetzt?!

Es wird eine Charter-Maschine organisiert, die uns nach Zanzibar Town bringen soll. Doch das dauert … Es wird immer später, die Sonne geht langsam unter, seit 24 Stunden sind wir jetzt unterwegs! Dann endlich dürfen wir in einen kleinen Bus klettern, der uns zu einem anderen Flughafen bringt. Dort angekommen, gibt es wieder keine Sicherheitskontrollen – wohl aber Jemanden, der willkürlich die Hand aufhält: 10 USD sollen wir pro Kopf zahlen, damit wir ... ja, wofür eigentlich? Egal, wir zahlen, denn wir wollen weiter. Raus auf's Rollfeld, steuern wir auf eine zwei-propellige Maschine zu, mit Platz für etwa 10 Leute. Innen ist es stickig und heiß, keine Klimaanlage, und es riecht nach Kerosin. Kaum startet der Pilot die Motoren, hören wir draußen Diskussionen. Wir sollen jetzt nochmal 50 USD pro Nase zahlen, wofür ist klar: Weil Reisende Geld haben! Zum Glück sitzt in unserer Maschine noch ein Vater mit zwei sehr jungen Kindern, so hören wir den Piloten mit den Männern außerhalb der Maschine diskutieren – sie sollen nachgeben, denn es sind Kleinkinder an Bord, die bei der Hitze keinen Spaß haben.

Dann endlich geht es los ... mit viel Schwung nähert sich die Klapperkiste dem Ende der Rollbahn und ... hebt ab! Dar Es Salaam wird immer kleiner, es ruckelt und schwankt und schaukelt ... Wenn das jetzt das Ende sein sollte, so be it! Es ist zumindest ein geiles Abenteuer!

Nach 28 Stunden und eine Taxifahrt später erreichen wir endlich unser kleines Hotel in Matemwe Beach. Jetzt müssen wir dringend schlafen!

Von Gewürzen bis Seegras –
Zanzibar bietet viel Natur

03 / Matemwe Beach & Gewürztour

In den nächsten acht Tagen erleben wir Zanzibar von ihrer vermutlich schönsten Seite. Bei Ebbe spazieren wir zu einem Riff, das 400 m vor unserem wilden Strand liegt, und finden im Wasser Korallen, Seesterne, Fische und tausende Seeigel. Wir beobachten Frauen bei der Ernte von Seegras, einheimische Kinder beim Spielen im Sand oder ein paar Massai-Krieger auf der Wanderung. Zanzibar hat aber nicht nur traumhafte Strände, sondern ist bekanntlich eine Gewürzinsel. Deshalb besuchen wir eine Gewürzplantage und erleben, wie die hiesigen Landwirte eine Unmenge von Gewürzen, Gemüsearten, Kräutern und exotischen Früchten anpflanzen – u.a. Hennabüsche, Lippenstiftbäume, Zitronengras, Kardamom, Zimt, Kaffee, Pfeffer, Kokos, Zuckerrohr, Tamarinde, Vanille, Nelken und Muskat. Alles Dinge, die wir nur aus dem Supermarkt kennen.

Ein Labyrinth als Schmelztiegel der Kulturen

04 / Stone Town

Auch ein Besuch von Stone Town, der historischen Altstadt von Zanzibar Town, steht auf unserem Programm. Stone Town ist eine der wenigen gut erhaltenen und historisch interessanten Swahili Handelsstädte – mit unzähligen kleinen Läden, geschäftigen und belebten Märkten, sowie Moscheen, Kirchen und Hindu Tempeln, die alle zusammen eine Kombination der verschiedenen Kulturen aufzeigen.

Ganz besonders berühmt ist Stone Town für die unzähligen arabischen Holztüren mit Messingbeschlägen oder den holzgeschnittenen Balkonen. Irgendwie erinnert die Stadt ganz stark an Havanna, Kuba. Zumindest sind beide Städte längst zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Hinter jeder Ecke ruft man uns ein freundliches “Jambo” zu, viele Händler bieten handgeschnitzte Souvenirs oder ihre Dienste als Fremdenführer an. Gerade das ist der Reiz von Stone Town, sich ein wenig in seinem Zentrum zu verlieren.

Auf Tuchfühlung mit den Menschen vor Ort

05 / Matemwe

In Matemwe schlendern wir durch das Dorf, besuchen ganz zufällig eine Secondary School und lernen den Direktor der Schule kennen. Er erzählt uns ein wenig über das Leben in Matemwe und auf Zanzibar, von den Problemen und Schwierigkeiten, die das Land hat. Ähnliches erfahren wir von den Menschen, die wir auf der Straße oder am Strand treffen. Kinder fragen nach Stiften, fragen nach dem Leben in Deutschland oder wollen einfach nur ein wenig Englisch-Nachhilfe von uns haben. Wir sind völlig erstaunt, wie offen und wie herzlich die Menschen auf Zanzibar sind.

Leider wirft ein heftiger Magen-Darm-Infekt Hendrik aus der Bahn, sodass wir den zweiten Teil unserer Reise nicht mehr genießen können. Aber: Acht Tage reichen ohnehin nicht aus, um Zanzibar komplett zu erkunden – deshalb werden wir eines Tages wiederkommen!

Unsere Route

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© 2018 Hendrik Breuer & Rebecca Breuer