Kapstadt

Südafrika / 2016

Die Symbiose aus Großstadtflair, der bezaubernden Lage am Ozean, der interessanten Geschichte und dem wunderschönen Hinterland machen Kapstadt zu einem begehrten Ziel. Auch wenn die Einflüsse aus Europa spürbar sind.

Ein Traum zwischen Tafelberg und Atlantik

01 / Kapstadt & Camps Bay

11 Stunden Flug sind schon ein ganz schön hartes Stück, wenigstens haben wir keine Zeitverschiebung. Den ersten Tag lassen wir ganz entspannt angehen, unser kleines B&B im wunderschönen Stadtteil Camps Bay gewährt uns einen fantastischen Ausblick auf den Atlantischen Ozean. Hello Africa! Wobei, so sehr nach Afrika sieht es hier gar nicht aus – ganz im Gegenteil.

Camps Bay liegt am Fuße des Tafelberges, und zwischen den steilen Felswänden und dem kilometerlangen Sandstrand schmiegen sich die mondänen Villen und Wohnhäuser an den Hang. Wir fühlen uns ein wenig wie an der Côte d’Azur oder in Miami Beach. Nach einem ausgedehnten Spaziergang am Strand und einem gemütlichen Frühstück in einem der stylischen Cafés machen wir uns auf den Weg ins Zentrum von Kapstadt.

Es ist nur eine kurze Fahrt mit dem Auto rund um den Lions Head und Signal Hill, von dem wir später am Tag einen traumhaften Sonnenuntergang bestaunen können. In der Ferne erhaschen wir einen Blick auf Robben Island, das Gefängnis, in dem der ANC-Rebellenführer und spätere Friedens-Politiker Nelson Mandela 18 Jahre lang in Gefangenschaft lebte.

Wir parken unseren Wagen an der Victoria & Alfred Waterfront mit dem viktorianischen Teil des Hafens, vom dem aus wir ebenfalls einen tollen Blick auf den Tafelberg haben. Die zahlreichen Boutiquen hier interessieren uns weniger als die Organic-Food-Restaurants im Market on the Wharf: Jede Menge frische Gerichte, Snacks und Säfte warten hier auf uns. Blöd, dass wir uns kaum entscheiden können bei all den Leckereien!

Ein Stück weiter schlendern wir durch das Zentrum Kapstadts, zur Addeley Street und weiter zum Green Market Square, der allerdings ein eher touristischer Markt ist. Viel schöner ist ein echter Farbtupfer wie das nahegelegene Malay Quarter – viele pastellbunte Häuser, die uns sofort an das kubanische Trinidad erinnern.

Nach soviel Stadttrubel haben wir noch Lust auf etwas Natur. Die finden wir im Botanischen Garten Kirstenbosch am Fuße des Tafelbergs. Viele sagen, er sei einer der schönsten Gärten des Landes. Das können wir zwar nicht ganz bestätigen, dennoch ist der Park riesig und die große Vielfalt an Flora und Fauna wunderschön. Ein echtes Highlight im Botanischen Garten ist der „Tree Canopy Walk“ – der Baumpfad: In einer Höhe von ca. 11 Metern führt der Weg über die Baumwipfel hinweg und gibt den Blick auf den Garten sowie den Tafelberg frei.

Gute Aussichten!

02 / Tafelberg

Seit wir wissen, wie der Tafelberg von unten aussieht, wollen wir jetzt wissen, wie Kapstadt von oben aussieht! 1.086 Meter erhebt sich der Tafelberg aus dem Meer und ist damit das weithin sichtbare Wahrzeichen von Kapstadt. Einige Sportliche wagen es tatsächlich zu Fuß auf den Berg zu kraxeln. Wir bevorzugen sie Seilbahn, die uns in wenigen Minuten bequem nach oben transportiert. Was für eine Aussicht von hier oben! Das Tafelbergplateau gibt die Sicht frei auf Kapstadt, den breiten Strand von Camps Bay, und sogar das Kap der guten Hoffnung können wir bei dem guten Wetter erkennen.

Viktorianisches Schätzchen

03 / Simon's Town

Endlich geht’s hinaus aufs Land. Von Camps Bay aus fahren wir am nächsten Tag einfach mal nach Süden, vorbei an Hout Bay und Muizenberg. In Simon's Town an der False Bay legen wir eine Pause ein. Diesen niedlichen kleinen Ort mit seinen Häusern im viktorianischen Stil haben wir sofort ins Herz geschlossen. Und wie sollte es anders sein: Unser Magen knurrt, der beste Grund/Vorwand, um in einem der schönen Shabby-Chic-Cafés einzukehren und die Ruhe in dem Ort zu genießen. Die Südafrikaner beweisen einmal mehr Geschmack, und das nicht nur beim Essen.

Nur kurz hinter dem Ortsausgang liegt Boulders Beach mit seiner Pinguin-Kolonie. Die kleinen putzigen Vögel (genauer gesagt sind es Brillenpinguine) braten in der Sonne und watscheln zwischendurch zur Abkühlung in den azurklaren Atlantik. Diesem lustigen Treiben hätten wir gern länger zugeschaut, bloß ist der Wind sehr stark heute, sodass wir schnell zurück zum Auto laufen.

Sturmfrisur am Kap

04 / Kap der guten Hoffnung

Am südlichen Ende der Halbinsel wird der Wind noch rauher. Nach kurzer Weiterfahrt erreichen wir den "Cape Point National Park“. Schilder warnen uns vor Pavianen, die hier leben sollen. Ganz gespannt halten wir Ausschau, schließlich haben wir noch nie zuvor so große Affen in Freiheit gesehen.

Kaum stellen wir unser Auto am Parkplatz am „Cape Point Lighthouse“ ab, springt uns ein Pavian aufs Dach. Ein ziemlicher Schock, doch ehe wir die Kamera zücken können, ist er schon wieder verschwunden. Vom Parkplatz aus geht es zu Fuß weiter zur berühmten Tafel und dem Leuchtturm. Hier oben fliegt uns fast das Toupet weg, dafür werden wir mit einer wahnsinnigen Aussicht belohnt. Irrtümlicherweise werden die steilen Felsen hier am „Old Cape Point Lighthouse“ als "Kap der guten Hoffnung“ bezeichnet – dabei ist das eigentliche Kap ein paar Hundert Meter weiter westlich, hinter dem Dias Beach.

War es am Leuchtturm schon frisch und stürmisch, legt der Wind hier noch eine Schüppe drauf! Kein Wunder, wird das "Kap der guten Hoffnung“ auch "Kap der Stürme" genannt – ein ehemals von Seefahrern wegen seiner Klippen sehr gefürchtetes Kap. Denn hier an der Küste erstreckt sich eine Felslandschaft, die sich unter Wasser weit auf das Meer ausdehnt. Eine große Gefahr also für die Schifffahrt, denn die extrem starken Winde am Kap haben manches Schiff Richtung Küste gedrückt. Über 25 Wracks sollen hier auf Grund liegen. Zumindest für die Windsurfer am Neptune's Beach ist es optimales Terrain, die hier ordentlich Gas geben.

Nach gut einer Stunde Autofahrt sind wir zurück in Camps Bay. Morgen lassen wir Kapstadt hinter uns und werden der Garden Route nach Port Elizabeth folgen, ehe wir weiter in den Krüger Nationalpark fliegen.

Unsere Route

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