Williamsburg, Brooklyn

New York, USA / 2017

Vom Arbeiterviertel zum Trend-Viertel: Williamsburg in Brooklyn hat in den letzten Jahren eine enorme Wandlung durchlebt und ist heute zum Mittelpunkt der kreativen und kulinarischen Szene in New York City geworden. Gute Aussichten sind garantiert – nicht nur auf die Skyline Manhattans!

Vom Arbeiterviertel zum Trendviertel


01 / Über Williamsburg

Williamsburg, einstiges Arbeiterviertel in Brooklyn, New York, hat einen schweren Weg hinter sich. Einst war es hässlich und gefährlich hier, ein Viertel für die Leute, die sich Manhattan nicht leisten konnten. Doch die rauen Zeiten sind längst vorbei. Heute ist Williamsburg restlos gentrifiziert, wie man so schön sagt. Und die leerstehenden Lagerhallen und Fabrikgebäude, in denen sich kreative Ateliers angesiedelt hatten, sind aufgrund der enorm gestiegenen Mietpreis tiefer nach Queens weitergezogen.

Trotzdem ist "Williburg", wie die Locals ihren Stadtteil liebevoll nennen, zu einer Hochburg der kreativen, kulinarischen und hippen Szene geworden. Ihr Mittelpunkt: die Bedford Avenue. Hier geben sich coole Läden und gemütliche Restaurants die Klinke in die Hand, die jungen Menschen sitzen auf dem Bürgersteig oder vor den Cafés, und in den Seitenstraßen hallt Live-Musik aus den Clubs und Kneipen.

Man merkt sofort, dass Williamsburg anders tickt als die gegenüberliegende Seite des East River: Hier gehen die Menschen ihr Leben locker und entspannt an – das absolute Kontrastprogramm zum stressigen und hektischen Manhattan. Ihre Uniform: Sneaker, enge hochgekrempelte Hosen, Tattoos, Hornbrille, Vollbart. Beliebt in Schaufenstern und auf Kneipentischen: eine Sammlung von Kakteen und möglichst spießigen Zimmerpflanzen.

Über den Dächern der Stadt


02 / William Vale

Wir schlagen unser "Lager" im WILLIAM VALE auf, eines der vielen stylischen Hotels in direkter Nähe zum East River. Einem Eröffnungsangebot sei Dank, andernfalls hätten wir uns diesen Design-Tempel kaum leisten können. So genießen wir die zentrale Lage, vor allem aber den Ausblick vom Balkon auf die Skyline Manhattans und das bunte Treiben in den Straßen.

Wenn die Sonne langsam untergeht, erwacht Williamsburg erst recht zum Leben. Alt, jung, hip und cool – Williamsburgs zahlreiche Bars und Cafés versprechen unterhaltsame Nächte bis zum Morgengrauen. In den benachbarten Clubs treffen sich die Menschen auf den Dächern der Stadt, und feiern beim Sundowner und cooler Musik in den Abend hinein.

Wir beobachten das Treiben lieber aus sicherer Entfernung – auf einer unserer Dachterrassen steht ein alter "Airstream". Hier bei Mister Dips gibt's selbstgemachte Cola und saftige Burger, der perfekte Appetizer für die ausgezeichnete Gastro-Szene in Williamsburg. Schließlich ist es noch zu früh für ein "Brooklyn Lager" von der Brooklyn Brewery, die exakt gegenüber auf der anderen Straßenseite liegt.

Back to the roots – alles handgemacht!


03 / Williamsburg handcrafted

Das Viertel strotzt nicht nur vor coolen Bars, sondern auch vor schicken Boutiquen und Plattenläden, in denen man sogar noch Erstpressungen findet. Der Hang zum Selbstgemachten und Ursprünglichen ist eine verständliche Reaktion auf die allgemeine "McDonaldisierung". Auch wenn beim genaueren Hinsehen das Abgewetzte und Nostalgische nur Fake sind, ein mühsam auf altertümlich getrimmter Kitsch.

Ein typisches Beispiel für die Gentrifizierung ist die Textilmanufaktur in der N 3rd Street, wo ein T-Shirt schlappe 90 Dollar kostet. Das Geschäft ist im schicken Industrielook, mit knartschenden Holzdielen eingerichtet, und im hinteren Bereich stehen zahlreiche Nähmaschinen und Garnrollen. Man kann quasi zuschauen, während das eigene Shirt in mühsamer Handarbeit erstellt wird. Gleich nebenan findet sich ein alttypischer Barbier, der Salon ist eine Reise 60 Jahre in die Vergangenheit. Das mit Goldfarbe aufgepinseltem Logo auf dem Schaufenster darf natürlich nicht fehlen!

Der Charakter des Handgemachten findet sich natürlich auch in den Bars, Cafés und Restaurants wieder. In Williamsburg gibt es Gastronomie für jeden Geschmack. Hauptsache ist, die Speisekarten sind kreativ zusammengestellt, das Essen immer frisch zubereitet und teilweise mit für unsere Geschmäcker ungewöhnlichen Kräutern und Gewürzen zubereitet. Das hat natürlich seinen Preis – doch für gute Qualität zahlen wir gerne.

Graffiti und Street-Painting

04 / Street-Art

Williamsburg ist nicht nur bunt in der Vielfalt, es ist wirklich bunt. Kunterbunt! An jeder Ecke finden sich Graffitis, manche einfach, die meisten sehr aufwändig – so oder so immer bereichernd. Was in anderen Stadtteilen oft störend wirkt, teilweise sogar reine Sachbeschädigung wäre, passt hier in die Gegend und gibt ihr einen einzigartigen Charakter. Klassische Werbeanzeigen und Großflächenplakate wären in Williamsburg ein völliger Fremdkörper, also nimmt man sich kurzerhand einen Pinsel und malt mit mühevoller Detailarbeit ganze Fassaden voll mit Werbung für Coors Beer, Delta Airlines oder Samsung Galaxy. Für die Branche der Werbetechnik ein äußerst boomendes und lukratives Geschäftsfeld.

Gute Aussichten!


05 / Grand Ferry Park

Unsere beiden Lieblingsorte in Williamsburg haben aber nichts mit Clubs, Restaurants oder Second-Hand-Shops zu tun, sondern: mit einer grandiosen Aussicht, und viel Erholung. Im Grand Ferry Park, direkt am Ufer des East River, haben wir einen unverbauten Blick auf die Skyline Manhattans. Vor allem abends, wenn die Lichter in den Hochhäusern angehen, strahlt Manhattan eine ganz besondere Faszination aus. Eine wirklich sehr beeindruckende Stadt!

Die Erholung finden wir im McCarren Park, sozusagen der Central Park von Williamsburg, nur deutlich kleiner. Hier tummeln sich vor allem am Wochenende gefühlt das gesamte Viertel. Perfekte Möglichkeit, einem unserer Hobbys nachzugeben: Menschen beobachten. Ob beim Picknick, beim Lesen oder beim Baseball – bei dieser Vielfalt wird uns wieder einmal klar, wie abwechslungsreich und lebhaft Williamsburg doch ist. Bloß deutlich cooler und entspannter als das wuselige Manhattan.

Unsere Route

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© 2018 Hendrik Breuer & Rebecca Breuer