Abu Dhabi

Vereinigte Arabische Emirate / 2016

Abu Dhabi – zwischen Tradition und Fortschritt warten ähnlich wie in Dubai, Luxus und Superlativen mitten in der Wüste auf neue Besucher. Von riesigen Moscheen, einer modernen Rennstrecke, sowie einem Ausflug in die Rub al-Khali Wüste zur Grenze Saudi-Arabiens erzählt unser Reisebericht.

Grosser Unterschied zwischen
Dubai und Abu Dhabi

01 / Zwischen Tradition und Moderne

Es ist Heiligabend in Deutschland, und zum ersten Mal in unserem Leben wollen wir Weihnachten den Rücken kehren, mit allen Tradtionen brechen und einen kompletten Gegensatz erleben. Nach Dubai im vorletzten Jahr, besuchen wir also endlich auch Abu Dhabi.

Schon kurz nach unserer Ankunft stellen wir fest: Abu Dhabi ist ein ziemliches Gegenteil zum Emirat Dubai. Längst nicht so einladend und weltoffen, und längst nicht so pompös und modern. Noch bis vor wenigen Jahren hat Abu Dhabi sich gewehrt, der westlichen Welt zu öffnen – erst langsam sind Fortschritte spürbar.

Dabei bietet die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate eine faszinierende Mischung aus Tradition und Fortschritt. Der Stadtkern von Abu Dhabi befindet sich auf einer Insel im Persischen Golf, wobei die futuristischen Bauten einen beeindruckenden Kontrast zum idyllischen Küstenstreifen darstellen. Kaum zu glauben, dass es in Abu Dhabi noch vor vierzig Jahren weder fließend Wasser noch Elektrizität gab!

Der Luxus von Abu Dhabi

02 / West Corniche

Am nächsten Morgen springen wir nach einem Frühstück unter einem Weihnachtsbaum (was für ein Fremdkörper in dieser Welt!) in unseren Mietwagen und steuern gleich den Stadtteil an, der viele Highlights Abu Dhabis vereint: Corniche. Unser erstes Ziel sin die Etihad Towers, ein Komplex aus fünf Türmen und ein atemberaubendes architektonisches Statement direkt am Corniche Beach. Etwas vorsichtig wagen wir uns in den edlen Komplex und schlendern vorbei an exklusiven Shops wie Cartier oder Rolex – eine glanzpolierte Welt, die ganz bestimmt nicht unsere ist. Von der Aussichtsplattform Observation Deck at 300 in der 74. Etage aus, bekommen wir einen umwerfenden Rundblick auf die eindrucksvolle Skyline von Abu Dhabi und den Arabischen Golf.

Direkt gegenüber der Etihad Towers, und nicht weniger beeindruckend, liegt der Emirates Palace, ein Luxushotel von arabischer Pracht. Tagsüber hebt sich die Hotelfassade in goldener Sandfarbe von dem frischen Grün des Gartens, den silbrigen Springbrunnen und dem blauen Himmel ab. Nachts ändert sich die Beleuchtung des Hotels und ein majestätisches Wechselspiel aus Regenbogenfarben erscheint über der Hauptkuppel. Wir wollen einen Blick in die Lobby wagen, doch vom Sicherheitspersonal werden wir an der Auffahrt sehr kritisch in Augenschein genommen. Zu unserem Glück bedeckt unsere Kleidung Arme und Knie, und wir tragen geschlossene Schuhe … also dürfen wir hinein. Vor dem Hotel tummeln sich gut betuchte Menschen und parken edle italienische Sportkarrossen. Schon wieder fühlen wir uns fremd, deshalb beeilen wir uns etwas bei unserem Spaziergang durch die untere Hotel-Etage, ehe wir das Areal zügig wieder verlassen.

Nur ein kleines Stück weiter sehen wir das riesige Tor zum Präsidenten-Palast, ein weiteres Highlight Arabischer Architektur – und ein tolles Fotomotiv. Doch kaum haben wir das Stativ aufgebaut, kommt schon ein Sicherheitsbeamter und verscheucht uns. Das Fotografieren am Palast ist leider nicht erlaubt. Trotzdem konnten wir noch schnell den Auslöser drücken …

Wie in 1001 Nacht

03 / Sheik Zayed Moschee

Wie so vieles in den Vereinigten Arabischen Emiraten, lässt sich auch die Scheich Zayed Moschee mit drei Worten beschreiben: riesig, luxuriös, imposant. Als wir die Moschee zum ersten Mal mit eigenen Augen sehen, fühlen wir uns mitten in einem Märchen aus 1001 Nacht.

Die Sheikh Zayed Moschee – oder auch Grand Mosque genannt – ist ein architektonisches Kunstwerk. Sie ist eine der größten Moscheen der Welt und bietet Platz für 40.000 Gläubige, verfügt über 82 mit weißem Marmor überzogene Kuppeln und mehr als 1.000 mit Blattgold belegte Säulen. Im Innern liegt die zentrale Gebetshalle, mit einem über 5.600 Quadratmeter großen und 47 Tonnen schweren, handgeknüpften Teppich (der größte der Welt!), sowie der mit 10 Metern Durchmesser und 15 Meter Höhe größte Kronleuchter der Welt.

Mindestens so beeindruckend wie das Innere ist aber auch das Äußere: Die Moschee ist von Wasserbecken umgeben, die die Pracht des Gebäudes durch Spiegeleffekte im Wasser zusätzlich unterstreichen. Die Fassade, die tagsüber in atemberaubenden weißen und goldenen Farbtönen erstrahlt, wird bei Nacht mit Licht in Szene gesetzt, das die Mondphasen widerspiegelt. Das Fotografieren fällt uns aufgrund der vielen hundert Besucher nicht leicht. Wir lassen es uns nicht nehmen und kommen zum Sonnenuntergang wieder, wenn die Sonne die Kuppeln in ein goldenes Licht tauchen.

Tipps für deinen Besuch

Tagsüber herrscht ein sehr starker Andrang, deshalb lohnt ein Besuch am frühen Morgen – oder noch imposanter: zum Sonnenuntergang, wenn die weißen Kuppeln in goldenes Licht getaucht werden. Auf jeden Fall herrscht in der Moschee eine strenge Kleiderordnung! Achte darauf, geschlossene Schuhe zu tragen, Knie und Schultern zu bedecken – und Frauen müssen auch den Kopf bedecken. Am Eingang der Sheikh Zayed Moschee besteht die Möglichkeit, sich schwarze Umhänge zu leihen, mit denen Frauen sich verhüllen können. Männern reicht eine lange Hose und ein T-Shirt, um das Gebetshaus zu besichtigen. Als nicht angemessen gelten der Austausch von Zärtlichkeiten, Rauchen und Essen. Der Eintritt ist kostenlos.

Motorsport hautnah: Yas Marina Circuit

04 / Yas Island

Als (Motor-)Sportinteressierte lassen wir uns die Formel-1-Rennstrecke „Yas Marina Circuit“ auf Yas Island natürlich nicht entgehen. Auf einer ausgedehnten geführten Tour über die Strecke bekommen wir viele Einblicke in die Welt des Motorsports, z.B. in die Race-Control, die Boxengasse und die Motorhomes, von denen aus man einen tollen Blick auf den Hafen Yas Marina hat. Spätestens bei einem Blick in die Garagen, in denen so ziemliche alle Sportwagen mit Rang und Namen darauf warten, über den Kurs gejagt zu werden, schlägt unser Herz höher.

Die direkt an die Rennstrecke angrenzende Ferrari World interessiert uns dagegen nicht, wir sind keine Fans von Vergnügungsparks. Stattdessen statten wir dem berühmten Hotel „Yas Viceroy“ einen Besuch ab, das sich über die Rennstrecke spannt. Mittlerweile ist die Sonne untergegangen, und jetzt kommt das tolle Design des Yas Viceroy dank der spektakulären Fassadenbeleuchtung so richtig zur Geltung.

An die Grenze Saudi Arabiens

05 / Rub al-Khali Wüste

Was wäre ein Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, ohne das Hinterland zu sehen? Wir haben einen Mietwagen, also sollten wir ihn auch nutzen, schließlich sind die Straßen perfekt ausgebaut. Doch so leicht, wie wir es uns vorstellen, ist es nicht – noch nie haben wir so "geschwitzt" beim Autofahren wie in Abu Dhabi! In unserem Kleinwagen treten wir also die Fahrt nach Südwesten an, und sind plötzlich der rabiaten und rücksichtslosen Fahrweise der Araber hilflos ausgeliefert. Von hinten kommen die riesigen Toyota Landcruiser angeschossen, allen Tempolimits zum Trotze fahren die mit blinkender Lichthupe so dicht auf, dass die Scheinwerfer direkt vor unserer Heckscheibe aufleuchten. Am liebsten würden sie uns von der Straße schubsen, soviel ist uns klar.

Nach rund drei Stunden stehen wir mitten in der Wüste Rub al-Khali – der größten Sandwüste der Welt, ziemlich dicht an der Grenze zu Saudi-Arabien. Wir sind mitten im Nirgendwo. Alles ist still, wir hören kein Stück Zivilisation, nicht einmal einen Jet am Himmel. Absolute Ruhe! Wo auf der Welt kann man sowas noch erleben? Eine ganze Weile hocken wir uns mitten zwischen die riesigen, gelb-roten Sanddünen und lassen das Szenario auf uns wirken … ehe wir wieder den Kampf mit den Riesen-SUV auf der Rückfahrt aufnehmen.

Abu Dhabi ist eine Reise wert!

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© 2018 Hendrik Breuer & Rebecca Breuer